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quer – поперек, наискосок

überqueren – пересечь

der Verkehr – движение транспорта

der Großmarkt – оптовый рынок

die Halle – большой зал, павильон

die Last – ноша, груз

der Lastwagen – грузовик

laden – грузить

entladen, abladen – разгружать

Worauf hast du Lust? – Что тебе хочется?

das Obst – фрукты

das Gemüse – овощи

Das reicht = Das genügt – Этого достаточно, это является достаточным

ähnlich – похожий, подобный

der Becher – кубок, бокал; /здесь/ бумажный стаканчик

sich unterhalten – беседовать

fassen – хватать, схватывать

der Hinterkopf – затылок

die Beule – шишка, желвак

die Verletzung – повреждение

kommste = kommst du

erledigen – закончить, уладить, сделать

meinen – иметь в виду

das Kloster – монастырь

gratis – бесплатно

braten – жарить/ся/

Also dann! – Ну, тогда пока!
Müller geht mit Bruno die Isar entlang. Sie überqueren eine Straße ohne Verkehr.

«Bruno, wie spät ist es?»

Ohne auf die Uhr zu schauen, antwortet Bruno:

«Kurz vor sieben. Jeden Morgen um halb sieben kommt die Polente. Immer pünktlich. Und um sieben geht's zur Arbeit...»
Wenige Minuten später stehen die beiden vor der Großmarkthalle. Eine lange Schlange von Lastwagen wartet auf das Entladen.
«Worauf hast du Lust, Helmut? Obst oder Gemüse?»

«Wie bitte? Äh, am liebsten esse ich Äpfel.»

Nach einer Stunde hat Bruno keine Lust mehr.

«Das reicht, Kollege. Komm, wir gehen frühstücken.»

Ein Mann, den sie alle 'Chef' nennen, gibt ihnen zehn Mark für eine Stunde Äpfel abladen und schenkt ihnen noch eine Tüte Äpfel.

Sie gehen zu einem Kiosk. Dort stehen ein paar Männer, die alle Bruno sehr ähnlich sehen. Müller bestellt sich einen Kaffee im Becher. Keiner will wissen, wer er ist, woher er kommt, wohin er geht. Er ist mit Bruno gekommen, und das genügt. Die Männer unterhalten sich.


Müller hört nicht zu. Er denkt an gestern Abend. Er kann sich an das Bierzelt erinnern, an die Bedienung. Dann ist er irgendwann auf die Toilette gegangen. Der Mann in Uniform. Und dann? Er fasst sich an den Hinterkopf. Keine Beule, nichts. Alles wie bei Felix, keine Verletzung. Aber was dann? Wer hat ihn an die Isar gebracht? Und wann?
«Kollege, kommste mit in die Stadt?»

«Nein Bruno, ich muss noch etwas erledigen...»

«Na gut, treffen wir uns Mittag bei Anna?»

«Bei Anna?» Müller versteht nicht. «Was meinst du damit?»

«Na, Mensch, das 'St. Anna Kloster'. Da gibt es Mittagessen gratis, Kollege.»

Müller denkt an seinen Magen und lehnt ab.

«Wir können uns ja am Nachmittag wieder an der Isar treffen, Bruno.»

«Nee, nee, Kollege. Erst am Abend. Am Nachmittag liegen da zehntausend Menschen und braten in der Sonne. Also dann!»

Bruno verabschiedet sich von ein paar' Kollegen' und geht in die Stadt. Müller trinkt noch einen zweiten Kaffee und fragt nach der nächsten U-Bahn Station.
Worauf hast du Lust, Helmut?

Was meinst du damit?

Nein Bruno, ich muss noch etwas erledigen...

Also dann!
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sich Sorgen machen – беспокоиться

warnen (vor etwas) – предостерегать, предупреждать

wichtig – важный

zusammenfassen – подводить итог, обобщать

taub – глухой

betäuben – охмурять, усыплять

der Ganove – вор (жарг.) (Ganóve)

immerhin – все же
In der Pension NEUE HEIMAT sitzt Felix Neumann beim Frühstück. Als sein Freund Helmut kommt, steht er auf und sagt:

«Mensch, Helmut, wo warst du? Ich habe mir solche Sorgen gemacht!»

Der Detektiv setzt sich, trinkt seinen dritten Kaffee und erzählt.

«Genau wie bei mir! Nur hat mich kein Bruno vor der Polizei gewarnt.»

«Und dieser Bruno ist für uns ganz wichtig», unterbricht der Detektiv. «Fassen wir zusammen: Wir gehen beide auf das Oktoberfest, in das gleiche Bierzelt. Wir trinken ein oder zwei Bier. Dann wird uns schlecht, wir gehen auf die Toilette. Dann wachen wir beide an der Isar auf, mit fürchterlichen Kopfschmerzen, aber ohne Verletzungen. Unser Geld ist verschwunden. Also: Irgend jemand hat uns im Bierzelt beobachtet und dann betäubt. Aber wer? Und wie?»


«Vielleicht die Bedienung?»

«Nein, das glaube ich nicht. Die hat ja den ganzen Abend gearbeitet. Ich glaube, das sind mehrere Ganoven. Wie sonst sind wir an die Isar gekommen? Ich bin schließlich nicht leicht. Ich meine, ich wiege immerhin fast 90 Kilo.»

Felix sieht seinen Freund an und fragt: «Und was machen wir jetzt?»

«Bruno!»

«Wie bitte? Was heißt 'Bruno'?»

«Ich glaube, Bruno kann uns helfen. Schau mal: Jeden Tag ist es das gleiche Spiel. Oktoberfest – Bierzelt – Toilette – Isar. Endstation Isar. Und Bruno wohnt praktisch an der Isar. Er schläft jede Nacht dort. Heute nacht schlafen wir auch dort, verstehst du? So, und jetzt möchte ich noch einen Kaffee!» Und Müller trinkt seine vierte Tasse.
Mensch, Helmut, wo warst du? Ich habe mir solche Sorgen gemacht!

Genau wie bei mir!

Fassen wir zusammen:...

Nein, das glaube ich nicht.
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sich vorbereiten – подготовиться

der Badegast – купальщик, курортник

Außenseiter – 'аутсайдер', человек, находящийся вне общества

die Heimat – родина

heimatlos – бездомный, бродяга

scheitern – терпеть поражение, неудачу

der Gescheiterte – потерпевший неудачу, неудачник

am Rand der Gesellschaft stehen – стоять ‘на краю общества’ = быть маргиналом

das Feuer – огонь

das Lagerfeuer – костер

der Kumpel – дружок, приятель

nicken – кивать

die Decke – одеяло

die Schulter – плечо

sozusagen – так сказать
Am Abend gehen unsere beiden Freunde an die Isar.

Sie haben sich gut vorbereitet: Am Nachmittag haben sie einen alten Freund besucht, Alfred Hübner. Alfred arbeitet als Fotoreporter bei einer Münchner Zeitung. Als Müller ihm seinen Plan erklärte, war er begeistert. Alfred gab den beiden einen alten Pullover, eine Hose und eine Decke.

Im Supermarkt hat Helmut dann noch zwei Liter billigen Rotwein und eine Taschenlampe gekauft.
Auf dem Weg zum Treffpunkt an der Isar kommen den beiden die letzten Badegäste entgegen. Jetzt, am Abend, treffen sich hier andere Menschen, die Gruppe der Außenseiter, der Heimatlosen, der Gescheiterten – alle, die am Rand der Gesellschaft stehen.

In der Nähe vom Ufer sitzen ein paar Männer an einem Lagerfeuer.
«Hallo, Helmut!»

Bruno hält eine Weinflasche in der Hand und lädt die beiden Freunde ein, sich zu ihm zu setzen.

«Hallo!» antwortet Müller. «Das ist Felix, ein Kumpel von mir.»

Die Männer nicken. Bruno kennt Helmut. Helmut kennt Felix – in Ordnung. Keiner fragt woher?, warum?, wohin? Nach ein paar Stunden sitzen nur noch Bruno, Helmut und Felix am Feuer. Alle drei haben Decken oder Mäntel um die Schultern gelegt. Es ist kühl geworden.

«Du, Bruno!»

«Hm!»

«Bruno, hast du in den letzten Tagen irgend etwas Merkwürdiges hier gesehen? Ich meine hier, sozusagen in deinem Schlafzimmer?»

Bruno schaut Müller lange an. Dann sagt er:

«Von der Polizei bist du nicht. Das rieche ich. Was willst du also?»

Der Detektiv erzählt, was ihm und Felix passiert ist Bruno hört zu, ohne etwas zu sagen. Dann trinkt er einen großen Schluck Rotwein. «Sie kommen immer um 12.»

«Wer?»

«Weiß ich nicht.»

«Wie viele?»

«Mindestens zwei. Ein Auto kommt, dann höre ich Stimmen.»

«Wo?»

«Immer an der gleichen Stelle. Wo du auch gelegen hast. Es gibt nur diesen einen Weg, wo man mit dem Auto fahren kann.»

«Danke, Bruno.»
Das ist Felix, ein Kumpel von mir.
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dunkel – темно

lauschen – прислушиваться

Pst! – Тcc!

Und dann los! – А потом давай, за дело, поехали!

schleppen – тащить, таскать

hoffentlich – будем надеяться

die Vorsicht – осторожность


Vorsicht! – Осторожно!

rückwärts – назад, обратно

häßlich – уродливый, отвратительный

rauschen – шуршать, шелестеть

das Geräusch – шум

die Stille – тишина

vorhin – до этого, прежде

rasen – мчаться

der Schein – свет

der Scheinwerfer – прожектор

abhauen – отрубать

Jungs, ich hau ab – Парни, я смываюсь

festhalten – задержать
Helmut Müller, Felix Neumann und Bruno liegen hinter einem Busch und lauschen in die Dunkelheit.

«Pst, ich höre was!»

Tatsächlich. Langsam kommt ein Auto ohne Licht den Weg entlang.

«Wir warten, bis sie vorbei sind. Und dann los!»

Felix gibt mit der Taschenlampe Lichtsignale.

«Hoffentlich hat Alfred aufgepasst!»

«Na klar, du kennst doch Alfred. Wenn der eine gute Story riecht... So, los jetzt!

Die drei springen auf und schleppen Steine, Äste und eine Parkbank auf den Weg. Sie bauen eine Barrikade.

«Vorsicht, das Auto kommt zurück!»

Langsam rollt das Auto, wieder ohne Licht, den Weg entlang. Diesmal rückwärts.

Mit einem häßlichen Geräusch fährt der Wagen in die Barrikade.

Stille.

Dann geht die Tür auf. Die drei hören:

«Idiot! Kannst du nicht aufpassen? Du bist in den Wald gefahren!»

«Quatsch! Ich kenn doch den Weg. Das war vorhin noch nicht da. Mach mal Licht an!»
In diesem Augenblick rasen zwei Polizeiautos mit Scheinwerfern und Blaulicht den Weg entlang. Bruno sagt zu Helmut: «Jungs, ich hau ab. Es war nett mit euch. Tschüs!»

Dann geht alles ganz schnell. Die Polizisten springen aus dem Auto und halten die beiden Männer fest. Müller erkennt einen der beiden. Es ist der Mann, der im Bierzelt vor der Toilette stand...

Dann kommt Alfred plötzlich ins Licht. Er fotografiert.
Pst, ich höre was!

So, los jetzt!


Vorsicht!

Mach mal Licht an!

Jungs, ich hau ab.

Es war nett mit euch. Tschüs!
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der Tropfen – капля

die K.o.-Tropfen – усыпляющее средство (подмешанное в преступных целях) (разг.)

der Wachmann – сторож, охранник

gehören (zu etwas) – относиться, принадлежать

begleiten – сопровождать

die Begleitung – сопровождение

bewusstlos – без сознания

Ganz schön clever! – Хитро придумано!

die Zeitung zusammenlegen – сложить газету
Felix und Helmut sitzen in der Pension beim Frühstück.

Die Tür geht auf, und herein kommt Alfred.

«Guten Morgen, Freunde! Schaut mal, was ich euch mitgebracht habe.» Er gibt jedem der beiden ein Exemplar der Abendzeitung.
Vorsicht auf der Wiesn (= die Festwiese):

K.o.-Tropfen im Bier
«K.o.-Tropfen! Die haben uns also was ins Bier getan!»

«Tja, und ihr wart nicht die ersten Opfer. Das Ganze funktionierte so: Die beiden Männer gestern Nacht waren Wachmänner aus dem Hotbräuzelt. Die Bedienung gehörte auch zur Bande. Sie haben die Gäste beobachtet und ihre Opfer ausgesucht. Touristen mit Geld und ohne Begleitung. Am liebsten Ausländer. Die Bedienung hat die Tropfen ins Bier getan. Das Opfer musste dann auf die Toilette gehen und ist dort bewusstlos geworden. Dann haben die Wachleute das Opfer ganz 'offiziell' aus dem Zelt getragen. Dann haben sie die Opfer ausgeraubt und hierher gebracht.»

«Ganz schön clever!» Felix legt die Zeitung zusammen.

«Die darf ich doch mitnehmen, oder? Zu Hause glaubt mir sonst kein Mensch!»
Ganz schön clever!
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Ach übrigens – Да, кстати, между прочим...

der Ausweis – удостоверение

Glück gehabt – повезло
Alfred bringt seine beiden Freunde zum Flughafen. Als sie sich verabschieden, sagt Alfred:

«Ach übrigens, Felix, die Polizei hat mir noch etwas mitgegeben. Gehört das dir?»


«Meine Brieftasche! Das Geld ist weg, aber alle anderen Papiere sind noch da! Meine Kreditkarten, mein Ausweis! Mensch, Alfred!»

«Tja, Glück gehabt, mein Lieber.»

Die drei umarmen sich.

«Also, das nächste Mal treffen wir uns aber in Barcelona!»

«Oder in Berlin!»

«Oder in München!»
Ach übrigens,...

Gehört das dir?

Tja, Glück gehabt, mein Lieber.



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